Wie man in meiner Blogbeschreibung lesen kann, nähe ich hauptsächlich deswegen, weil es für Jungs wenig schöne bunte Kleidung gibt, sondern hauptsächlich dunkle, schwere Farben. Je mehr ich mich auf anderen Blog umsehe, desto häufiger lese ich, dass es anderen Müttern genauso geht: Sie nähten die Kleidung ihrer Jungen bunt!
Es gibt wunderschöne Stoffe für Kinder, aber leider auch hier die Unterteilung in "Jungsstoffe" und "Mädchenstoffe". Bei Jungsstoffen landet dann alles was mit Rittern, Dinos usw. bedruckt und in der Regel farblich eher bedeckt ist, die Mädchen bleiben in der rosa Herzchen-, Prinzessinnen-, Einhornecke.
Ist das denn wirklich notwendig? Könnten die Stoffe nicht einfach nach Farben oder Themen sortiert werden? Das wäre zumindest ein Schritt aus dieser starren Rollenschublade raus.
Ich fände es toll, wenn sich die Stoffdesignerinnen dieser "Problematik" bewusst wären und ihre Stoffe nicht nach genau diesen Rolleneinteilungen konzipieren würden.
Warum kann auf dem wunderschönen "
Catch a wave" nicht wenigstens ein als Mädchen oder Frau zu erkennender Mensch auf dem Surfboard stehen. Jungs würden den Stoff deswegen sicherlich nicht weniger cool finden, Mädchen würden sich auch bei einem sportlichen Thema wiederfinden*.
Was mich richtig ärgerte war der neue Stoff von "Nikiko" und "
Alles für Selbermacher"
(Ich gehe davon aus, dass die Kundschaft zu 90% aus Frauen besteht, also warum nicht "Alles für Kreative", um es wenigstens geschlechtsneutral zu halten?): "Elb Ritter"
Jungs als Ritter (Abenteuer, Mut, Kraft usw.) Mädchen als zu rettenden Prinzessin (schön, schwach, passiv)? Was ist das für eine Botschaft? Was sagt das Mädchen die auf Ritter stehen? Du bist leider raus, du kannst dich beim Ritterspielen höchstens in einem schönen Kleid in einen Turm setzen und dich retten lassen?
Klar, man könnte jetzt sagen, ich sehe das übertrieben. Was haben Geschlechterrollen mit Stoffen zu tun? Ich finde eine Menge: Die Kinder identifizieren sich doch mit ihren schönen, selbstgenähten Klamotten. Sie dürfen sich die Stoffe aussuchen und präsentieren sie stolz in der Kita oder Schule. Leider wird dann seitens der StoffproduzentInnen schon eine Vorauswahl getroffen (Jungsstoffe/Mädchenstoffe), der die meisten Kinder und ihre Mütter eher selten widersprechen, denn welcher Junge läuft schon in "Mädchenstoffen rum? Anders wäre es vielleicht, wenn diese gar nicht als solche klassifiziert wären. Dann hätte sich das Mädchen einfach einen Dinostoff, der Junge einen Blümchenstoff ausgesucht.
Ein positives Mädchen- & Jungenbild, (denn wo bleiben eigentlich die Jungen, die auf Pferde oder sogenannte "Mädchenfarben" stehen?), welches nicht den alten Rollenklischee entspricht, sondern Kinder in ihrer Individualität unterstützt nützt doch allen.
Jungs sollen nicht nur kämpfen und forschen dürfen, ihnen sollte es auch erlaubt sein, sich "jungsuntypisch" zu verhalten. Wer kennt denn nicht einen Jungen im Bekanntenkreis, der gerne Haarspangen trägt oder sich als Prinzessin verkleidet - bis es ihm von seiner Umwelt ausgetrieben und als "das macht ein Junge nicht" madig gemacht wird.
Also, her mit der Einteilung nach Farben und Themen, weg mit Jungs- und Mädchenstoffen!
Just my two cents, Katha
*
Ich habe Susanne dazu auch was in die Kommentare geschrieben, aber leider keine Antwort bekommen.